
Im Rahmen der diesjährigen allgemeinen Erste-Mai-Demonstration ruft die Gewerkschaft Freie Arbeiter*innen Union Frankfurt zu einem antiautoritären und sozialrevolutionären Block auf, der sich gegen das einseitige Spardiktat der Bundesregierung richtet.
Wir wehren uns gegen den neoliberalen Kurs, der soziale Errungenschaften als zu teuer, überflüssig und nicht zeitgemäß diffamiert, während gleichzeitig 108 Milliarden Euro für den Militärhaushalt 2026 bewilligt wurden.
Schluss mit den Automatismus, sich angesichts von Haushaltslücken immer wieder aus den Taschen der Ärmsten zu bedienen, während jene, die am meisten von diesem Wirtschaftssystem profitieren, geschont werden!
Während das Bürgergeld gerade abgeschafft wurde und der Sanktionierungswahn des Herrn Merz Wohnungslosigkeit und Hunger Erwerbsloser in Kauf nimmt, können Wirtschaftskriminelle in Deutschland relativ sicher sein, von den Steuerbehörden in Ruhe gelassen zu werden. Aufgrund von Personalmangel entgehen dem Fiskus laut Berechnungen des Netzwerks Steuergerechtigkeit jährlich ca. 100 bis 125 Milliarden Euro.
Während Arbeitgeber*innen in Deutschland im Verhältnis zum europäischen Durchschnitt mit 9,3 % relativ wenig zur Sicherung des Rentensystems beitragen, träumt die schwarz-rote Koalition von der Erhöhung des Rentenalters. Faktisch kommt dies einer weiteren Rentenkürzung gleich, denn schon heute können viele nicht bis zum vorgesehen Renteneinstiegsalter arbeiten und müssen deshalb erhebliche Rentenkürzungen in Kauf nehmen. Es ist absurd, dass in dem wirtschaftsstärksten europäischen Land lediglich eines der geringsten Rentenniveaus in Europa möglich sein soll. Die deutsche Durchschnittsrente reicht schon jetzt und insbesondere angesichts stetig steigender Mieten nicht mehr zum Leben. Sie liegt für Männer bei 1346 € und für Frauen mit 903 € noch deutlich darunter. Angesichts dieser Fakten sind Diskussionen über eine weitere Absenkung des Rentenniveaus schlicht antisozial. In diese Kategorie fallen auch die kürzlich von der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände geäußerten Phantasien über Kombilohn und die erneute Ausweitung des Niedriglohnsektors, die eine weitere Absenkung der Nettorenten zur Folge hätten.
Unser Problem ist kein vermeintlich entglittener Generationenvertrag, der aufgekündigt werden muss, sondern die soziale Ungleichheit, die sich in den letzten Jahrzehnten ausgebreitet hat. Sozial gerecht wäre eine Umverteilung der Gesamtvermögen statt die Ärmsten, zu denen auch viele Rentner*innen gehören, noch weiter schröpfen zu wollen.
Unser Problem ist auch nicht, dass in Deutschland zu wenig gearbeitet wird. Das Problem ist vielmehr die Ausbeutung, die darin besteht, dass die einen sich durch die Arbeit der anderen die Taschen füllen und mit ihrem Reichtum dann auch noch die Umwelt überproportional belasten. Dieses Wirtschaftssystem ist nicht in der Krise, es ist die Krise!
Die Angriffe auf den seit 1918 geltenden 8-Stunden-Arbeitstag sind aufs Schärfste zurückzuweisen. Das Vorhaben, ihn durch eine 48-Stunden-Arbeitswoche zu ersetzen, bedeutet die Aufweichung der gesetzlichen Ruhezeit zwischen 2 Arbeitseinsätzen. Ginge es nach Merz, wären künftig Arbeitstage von bis zu 13 Stunden möglich. Ein Vorhaben, das insbesondere Frauen mit Kindern treffen würde, für die derartige Arbeitszeiten oft unmöglich sind. Auch die vom Wirtschaftsflügel der CDU kürzlich geforderte Abschaffung des Rechts auf Teilzeit würde vornehmlich Frauen treffen und diese eher aus dem Arbeitsmarkt drängen anstatt sie in die Vollarbeitszeit zu zwingen.
Die geplanten Angriffe auf Lohnarbeitende werden durch ein tiefes Misstrauen des Kanzlers gegenüber Erwerbstätigen flankiert. Dieses lässt ihn sogar eine weitere Belastung des Gesundheitswesens rechtfertigen, wie etwa die Abschaffung der telefonischen Krankmeldung oder die zynische Idee, Zahnersatz als Kassenleistung zu streichen.
Die aktuelle Welle des Sozialabbaus und die immer wilder werdenden Ideen, uns weiter zu drangsalieren, müssen aufhören. Gerade in krisenhaften Zeiten bedarf es stabiler sozialer Sicherungssysteme. Wer von der Überholtheit des Sozialstaates und dessen Unfinanzierbarkeit faselt, provoziert soziale Ängste und spielt damit vor allem einer radikalen Rechten in die Hände.
Wir fordern:
- Sozialabbau stoppen!
- Schluss mit der Drangsalierung Lohnabhängiger!
- Statt sparen bei den Armen, streichen bei den Reichen!
Für den Aufbau einer antiautoritären, sozialrevolutionären Bewegung, die ihre Belange selber in die Hand nimmt!
In diesem Sinn freuen wir uns auf Euch und sehen uns am ersten Mai in Frankfurt bei den schwarz-roten Fahnen!
Die Aktion wird unterstützt von:


Am 10.3.2026 fand in Frankfurt vor 2 Hotels der NH Kette eine Aktion der FAU Frankfurt statt.
Am 29. November kam es anlässlich der Gegenproteste zur Gründung der AFD-Jugend in Gießen einmal mehr zu massiven Gewaltexzessen der Polizei gegen Demonstrierende.


Vor 30 Jahren kam das Kölscher Original Willy zur FAU Frankfurt und wurde bald ein Genosse von uns.